Underneath: Emerging Complexities
AusstellungDarunter: Entstehende Komplexitäten
In Darunter: Entstehende Komplexitäten präsentiert die Künstlerin und Architektin Jelena Pejković eine Auswahl von Zeichnungen und Arbeiten in Mischtechnik, die in den vergangenen zehn Jahren entstanden sind. Ergänzt werden sie durch neue Arbeiten aus ihrem aktuellen Aufenthalt als Artist in Residence bei ORTE Architekturnetzwerk Niederösterreich in Krems. Die Ausstellung versammelt Zeichnungen von Gebäuden und architektonischen Strukturen, die den Blick auf das Vertraute schärfen und vermeintlich Selbstverständliches neu erfahrbar machen.
Was zeigt sich, wenn man Architektur nicht als Bild konsumiert, sondern ihr Zeit widmet? Diese Frage durchzieht Pejkovićs zeichnerische Praxis. In einer Gegenwart, die von digitalen Werkzeugen, Algorithmen und beschleunigten Arbeitsabläufen geprägt ist, setzt sie auf die langsame und konzentrierte Beobachtung. „Das Zeichnen von Architektur von Hand ist meine Art, mich voll und ganz auf meine Umgebung einzulassen“, beschreibt sie ihren Zugang. Jeder Strich verlangt eine Entscheidung, jede Linie Aufmerksamkeit; die Zeichnung wird dabei nicht nur zum Abbild eines Gebäudes, sondern zum Zeugnis eines intensiven Wahrnehmungsprozesses.
Die gezeichneten Motive wirken oft unspektakulär: Fassaden, Bauteile, räumliche Situationen. Doch gerade in dieser scheinbaren Gewöhnlichkeit entdeckt Pejkovic eine verborgene Vielschichtigkeit. Durch das genaue Hinsehen treten Strukturen, Beziehungen und Details hervor, die im Alltag leicht übersehen werden. „Aus den gewöhnlichsten Strukturen entstehen Schichten von Komplexität“, so die Künstlerin.
Der Titel Darunter verweist auf diese Bewegung des Blicks: hinter Oberflächen, unter das Offensichtliche, in jene Bereiche, in denen Architektur mehr wird als ihre sichtbare Form. Die Ausstellung lädt dazu ein, sich auf die Zeit des Betrachtens einzulassen und Architektur als etwas Prozesshaftes zu erfahren – als ein Geflecht von Material, Raum, Erinnerung und Aufmerksamkeit, aus dem immer neue Komplexitäten hervorgehen.
Titelbild © Jelena Pejković:
Dominikanerkloster / Museum Krems I ∙ 2026 ∙ Graphit, Gouache, Aquarell und Tusche auf gefundenem Papier ∙ 36 × 20 cm
Dominikanerkloster / Museum Krems II ∙ 2026 ∙ Graphit, Gouache, Aquarell und Collage auf gefundenem Papier ∙ 36 × 20 cm
Dominikanerkloster / Museum Krems III ∙ 2026 ∙ Graphit, Ölkreide und Tusche auf gefundenem Papier ∙ 36 × 20 cm
Die Teilnahme ist kostenfrei. Der Raum ist barrierefrei.
Es wird darauf hingewiesen, dass bei der Veranstaltung Fotos gemacht und zum Zweck der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Dokumentation verwendet werden.

