Ist die Forderung nach Baukultur schiefgelaufen? Statt nachhaltiger Siedlungsentwicklungen sieht man grassierende Leerstände in Stadt- oder Dorfzentren und flächenfressende Einfamilienhäuser, deren Zuwachs kein Ende nimmt. Zukunftsfähige Verkehrspolitik scheint ein Fremdwort zu sein, denn statt gut etabliertem Bus- wie Bahnverkehr mäandern mehr und mehr Straßen querfeldein, dominieren Parkplätze das Bild unserer Städte und Regionen und versiegeln die Böden. Alle sprechen von Klima- und Naturschutz, doch zeugt das Landschaftsbild sehr oft davon, dass den Worten kaum Taten folgen.
Aktuell
Die Ausstellung des afo architekturforum oberösterreich zeigt mit viel Schwung, wie vielfältig, inspirierend und selbst bestimmt Wohnen im Alter sein kann. Sie macht deutlich: Unsere gebaute Umwelt prägt Lebensqualität – und gerade angesichts der alternden Gesellschaft brauchen wir neue mutige Wohn- und Pflegekonzepte. Von historischen Alte-Leute-Siedlungen bis zu 45 frischen, mutigen Projekten aus dem In- und Ausland eröffnet die Schau überraschende Perspektiven. Sie fordert flexiblere Pflege, innovative Förderpolitik und lebendige, fußläufige Ortskerne, die Gemeinschaft stärken und echte Wahlfreiheit im Alter ermöglichen.
Die viel beachtete ORTE-Aussstellung wandert 2026 ins Architektur Haus Kärnten! Ist die Forderung nach Baukultur schiefgelaufen? Statt nachhaltiger Siedlungsentwicklungen sieht man grassierende Leerstände in Stadt- oder Dorfzentren und flächenfressende Einfamilienhäuser, deren Zuwachs kein Ende nimmt. Zukunftsfähige Verkehrspolitik scheint ein Fremdwort zu sein, denn statt gut etabliertem Bus- wie Bahnverkehr mäandern mehr und mehr Straßen querfeldein, dominieren Parkplätze das Bild unserer Städte und Regionen und versiegeln die Böden. Alle sprechen von Klima- und Naturschutz, doch zeugt das Landschaftsbild sehr oft davon, dass den Worten kaum Taten folgen.
Wie können Kleinstädte und ländliche Gemeinden inklusive Wohnformen schaffen, die älteren und jungen Menschen, Menschen mit und ohne Behinderungen und Menschen mit psychischen Erkrankungen und vielen mehr wirklich gerecht werden?
"Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“, notierte Ludwig Wittgenstein. Sprache ist unser Werkzeug, um Welt zu erschließen – sie formt unser Denken, unsere Wahrnehmung, unser Handeln. Wer eine neue Sprache lernt, spürt rasch: Was ich nicht benennen kann, bleibt mir fremd. Doch auch in der eigenen Muttersprache begegnen wir im Lauf des Lebens immer wieder neuen Worten, neuen Begriffen. Sie erweitern unseren Horizont – und oft auch unser Selbstverständnis.
Die Ausstellung widmet sich der Frage, ob es zwischen dem Einfamilienhaus und dem Wohnblock passende Bau- und Wohnformen im Dorf gibt, die einem heutigen „Wohnen am Land“ gerecht werden. Es werden Projekte gezeigt, die beispielgebend für die weitere Entwicklung der Dörfer und Gemeinden in ganz Österreich sein könnten. Die Ausstellung wurde vom Architektur RaumBurgenland konzipiert und wird nun von ORTE in Kooperation mit Wirtschaft Langenlois in Langenlois gezeigt.
Das Symposion Lindabrunn wurde 1967 als Steinbildhauer-Symposion gegründet und wird heute von einem jungen, intersdisziplinären Team als offener Ort zeitgenössischer Kunstproduktion geführt. Auf einem 24 Hektar großen Skulpturen- und Landschaftspark in der hügeligen Landschaft des Triestingtals treffen Kunst und Natur auf einzigartige Weise aufeinander. Die enge Verbindung von künstlerischem Erbe, aktueller Produktion und seltener Biodiversität macht das Gelände zu einem besonderen Ort. Seine Geschichte wie auch sein ökologischer Kontext regen zur Auseinandersetzung mit relevanten Fragen an – in Kunst, Gesellschaft und Umwelt.
Im Jahr 2024 begab sich die erste Exkursion der Reihe (g)runderneuert in den südöstlichen Raum Niederösterreichs. Auf dem Programm standen sorgfältig wiederbelebte Areale und markante Bauwerke, die von einer neuen, zukunftsgewandten Nutzung zeugen. Im Fokus standen alte Industriegebiete, die mit besonderem Gespür für Bestand, Kontext und soziale Funktion einer vorbildlichen Transformation unterzogen wurden. 2025 wurde die Reihe konsequent fortgesetzt – diesmal führte der Weg ins Waldviertel, eine Region, deren Identität eng mit der Textilproduktion verknüpft ist.
Südtirol ist weit mehr als ein Postkartenidyll aus Dolomitenpanorama und Apfelblüte. Es ist ein Resonanzraum – gezeichnet von alpiner Topografie, geprägt von kultureller Mehrsprachigkeit, geschichtet in Jahrhunderten gebauten Lebens. Und in genau diesem Spannungsfeld hat sich eine Architektursprache herausgebildet, die weder laut noch beliebig ist, sondern kontextuell präzise und gestalterisch klar: sensibel im Umgang mit dem Bestehenden, mutig im Denken neuer Räume, radikal in der Haltung, ohne ihre Herkunft zu verleugnen. Diese Reise folgt nicht bloß den Linien beeindruckender Fassaden oder der Ästhetik gut gemachter Details. Sie folgt einer Haltung, die im Weiterbauen keine bloße Anpassung, sondern eine kulturelle Notwendigkeit sieht.
Wasser ist unser Lebensquell. Noch ist es in unseren Breitengraden ausreichend vorhanden, mancherorts sogar im Überfluss. Ttrotzdem – oder wahrscheinlich gerade deswegen - wird es meist zu wenig wertgeschätzt. Die Exkursion beleuchtet unterschiedlichste Aspekte rund ums Trink- und Brauchwasser und zeigt Beispiele von Ingenieurskunst, von der wir heute noch profitieren.
Für die Programmierung der Architekturtage 2026 eröffnet die Infrastruktur ein weites Feld an Themen und Formaten, von der Großstadt bis zum Dorf, vom alpinen Raum bis zur Donau. Infrastruktur bildet die Schnittmenge dessen, was Architektur und Ingenieurwissenschaft leisten können. Sie bietet faszinierende Einstiege in komplexe Themen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, für Fachpublikum und Laien. Sie eröffnet Gesprächsräume über das, was uns verbindet
Einem alten Fabriksareal wird neues Leben eingehaucht. Welcher Nutzungsmix geplant ist und wie daraus ein neuer Stadtteil für Möllersdorf entstehen kann, erfahren wir bei der Veranstaltung, die in Kooperation mit Kallinger Projekte und dem Architekturzentrum Wien im Rahmen der Architekturtage 2026 stattfindet.
Die Wachaubahn, eine der historischen Schmalspurbahnen Niederösterreichs, war einst die Lebensader für abgelegene Ortschaften entlang der Donau. Ihre knapp 35 km lange Strecke verbindet Krems mit Emmersdorf und wurde 1909 eröffnet, um Handel, Pendlerverkehr und Tourismus gleichermaßen zu ermöglichen. In ihrer Blütezeit transportierte die Bahn täglich hunderte Menschen und war zentral für die wirtschaftliche Entwicklung der Region.
Der Bauhof ist eine zentrale, aber oft übersehene Einrichtung in österreichischen Gemeinden. Seine Mitarbeiter:innen sorgen für Sauberkeit, Instandhaltung und das Funktionieren der öffentlichen Infrastruktur – vom Winterdienst über Grünpflege bis zur Reparatur von Fahrzeugen und Geräten. Ein Rundgang im Bauhof zeigt, wie vielfältig und wichtig diese Arbeit ist und lässt uns die Leistungen der Gemeindemitarbeiter:innen mit neuen Augen sehen.
Wie wird es sein – im Mai, an der Donau, dort in Grimsing? Es ist still an der Donau an diesem Morgen. Der Strom liegt ruhig zwischen den Hügeln der Wachau, als hätte er kurz vergessen, wie kraftvoll und unberechenbar er sein kann. Doch wer die Augen länger offenhält, spürt: Etwas regt sich. Ein kaum hörbares Umschichten, ein sanftes Ziehen im Wasser, ein Atemholen des Flusses. Alte Seitenarme öffnen sich wieder, Ufer verlieren ihr steinernes Korsett, und in den Zwischenräumen des Kieses glimmt erstes, zartes Leben. Es ist, als würde die Donau in sich hineinhorchen – und sich erinnern. Also fahren wir hin…
Wer sich mit den Kirchenbauten Niederösterreichs aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschäftigt, begegnet unweigerlich dem Namen Robert Herfert (1926–2011). Der Künstler, der an der Akademie der Bildenden Künste in Wien unter Robin Christian Andersen und Herbert Boeckl ausgebildet wurde, hinterließ als Maler, Bildhauer und Idealist zahlreiche Spuren im öffentlichen Raum. Doch Herfert war mehr als ein Gestalter – er war ein Fragender, ein Herausforderer: von Material, Kirche und Zeitgeist gleichermaßen.
Wer sich mit den Kirchenbauten Niederösterreichs aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschäftigt, begegnet unweigerlich dem Namen Robert Herfert (1926–2011). Der Künstler, der an der Akademie der Bildenden Künste in Wien unter Robin Christian Andersen und Herbert Boeckl ausgebildet wurde, hinterließ als Maler, Bildhauer und Idealist zahlreiche Spuren im öffentlichen Raum. Doch Herfert war mehr als ein Gestalter – er war ein Fragender, ein Herausforderer: von Material, Kirche und Zeitgeist gleichermaßen.
Getreidespeicher gehören zu der Art „Daseinsvorsorge“, die zwar schon seit Menschengedenken überlebensnotwendig sind, denn sie garantieren die Versorgung mit einem Grundnahrungsmittel auch im Falle möglicher Ernteausfälle, und trotzdem ist es eine, an die man beim Stichwort „Infrastruktur“ nicht sofort denkt. Im Rahmen der Architekturtage 2026 werden zwei komplett unterschiedliche Vertreter der Kategorie Getreidespeicher besucht und hinter die Kulissen geschaut.
Es gibt Wege, die kühlen. Wege, die atmen. Wege, die Geschichten erzählen. Und oft sind es die Alleen, die uns auf solchen Wegen begleiten – als grüne Tunnel, lebendige Achsen, atmende Zeitzeugen – wie die Lindenallee bei Ladendorf im Weinviertel. Sie wurde 1722 gepflanzt und ist mit ihrer Länge von vier Kilometern die größte Europas.
Der neu errichtete Konzertsaal Hermannswörth stellt ein bemerkenswertes Beispiel für die Synthese von Architektur und Akustik dar. Unter der Federführung von Architekt Johannes Kraus entstand ein Raum, der weit über funktionale Anforderungen hinausreicht. Ziel war es, ein intensives sinnliches Erleben zu ermöglichen – für Musiker:innen, Vortragende wie auch für das Publikum. Der Entwurf zielt auf den Moment, in dem Raum und Klang miteinander verschmelzen: wenn Architektur hörbar und Musik sichtbar wird.



















