Baulandüberhang und die Rolle von Rückwidmungen
Vortrag und GesprächTrotz ambitionierter Ziele zum Flächensparen werden in Österreich weiterhin wertvolle Freiräume für die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung in Anspruch genommen. Gleichzeitig liegen rund 63.000 Hektar gewidmetes Bauland unbebaut brach. Dieses Spannungsfeld zwischen fortschreitendem Bodenverbrauch und bestehenden Baulandreserven zählt zu den zentralen Herausforderungen der österreichischen Raumplanung und wirft grundlegende Fragen für die künftige Boden- und Siedlungspolitik auf.
Barbara Steinbrunner, Raumplanerin und Expertin für Fragen der Boden- und Siedlungspolitik an der TU Wien sowie seit Herbst 2025 Vorstandsmitglied von ORTE, wird in ihrem Vortrag die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse aus ihrer im Juli 2026 erfolgreich abgeschlossenen Dissertation vorstellen. Darin widmete sie sich dem Baulandüberhang in Österreich und der Frage, wie eine flächensparende und nachhaltige Siedlungsentwicklung gelingen kann. Vor dem Hintergrund knapper werdender Ressourcen, des Klimawandels und zunehmender Nutzungskonflikte wird deutlich, dass der Umgang mit unbebauten Baulandreserven zu den entscheidenden Zukunftsfragen der Raumplanung zählt.
Im Fokus steht dabei das Instrument der Rückwidmung, das als möglicher Ansatz zur Reduktion weiterer Flächeninanspruchnahme und zur Stärkung kompakter Siedlungsstrukturen diskutiert wird. Anhand aktueller Erkenntnisse werden die Potenziale, Herausforderungen und Rahmenbedingungen von Rückwidmungen beleuchtet und deren Beitrag zu einer vorausschauenden, gemeinwohlorientierten Boden- und Siedlungspolitik aufgezeigt.
Nach dem Vortrag werden in einem moderierten Gespräch mit Barbara Steinbrunner und zwei Vertreter:innen niederösterreichischer Gemeinden mit Rückwidmungserfahrung, die Herausforderungen und Potenziale von Rückwidmungen diskutiert.
Gemütlicher Ausklang bei "Brot & Wein".
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.
Es wird darauf hingewiesen, dass bei der Veranstaltung Fotos gemacht und zum Zweck der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Dokumentation verwendet werden.
