Getreidespeicher gehören zu der Art „Daseinsvorsorge“, die zwar schon seit Menschengedenken überlebensnotwendig sind, denn sie garantieren die Versorgung mit einem Grundnahrungsmittel auch im Falle möglicher Ernteausfälle, und trotzdem ist es eine, an die man beim Stichwort „Infrastruktur“ nicht sofort denkt. Obwohl Silotürme weithin sichtbar, Schüttkästen von ihrer Dimension her nicht eben unscheinbar sind, haben die wenigsten Leute eine Ahnung, wofür die Gebäude eigentlich errichtet wurden, was drinnen passiert, oder wie die Getreideeinbringung, -lagerung, und -abfüllung grundsätzlich funktioniert.
Diese und weitere spannende Einblicke werden im Rahmen eines Rundgangs unter fachkundiger Führung gegeben. Auf dem Programm stehen der Silo von Petronell-Carnuntum und der geschichtsträchtige, 1774 errichtete Getreidespeicher auf dem Areal des Gut Petronell der Familie Abensperg–Traun. Dieser wunderschöne Schüttkasten auf sechs Ebenen, der – so literarische Quellen – auf römischen Resten erbaut wurde und in dessen Fassade auch römische Steine vermauert worden sind, wird derzeit gerade saniert und soll ab Herbst 2026 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Der Anfang der 1960er Jahre errichtete Silo vis á vis des Bahnhofs Petronell-Carnuntum vermittelt hingegen Industriecharme at its best: teilweise noch originale Einrichtungsgegenstände im Erdgeschoss, Maschinenräume in den Obergeschossen, viel Staub, viel Beton. Wer die Mühen des Aufstiegs auf sich nimmt wird jedoch belohnt: Vom Dach des Turmes, der mit seinen 75 Metern als der höchste Siloturm Niederösterreichs gilt, genießt man einen schönen Ausblick.
Die Gegenüberstellung zweier Gebäude, die mit fast genau 200 Jahren Abstand für denselben Zweck errichtet worden sind, ist jedenfalls äußerst spannend.
Bleibt die Frage nach der Zukunft. Sind Silos denn noch zeitgemäß? Wie wird Getreide zukünftig gelagert werden? Wird es angesichts der täglichen Flächeninanspruchnahme wertvoller Ackerflächen und der immer stärker werdenden Auswirkungen des Klimawandels überhaupt noch möglich sein, Getreide im notwendigen Ausmaß anzubauen? Wird es noch wirtschaftlich sein, Silos zu betreiben und das Getreide dort zu lagern? Warum ist das wichtig, auf was wird geachtet, was sind die Herausforderungen, wie viele Reserven können für Krisenzeiten gelagert werden, wie schauen die Zukunftsperspektiven aus? All das und mehr wird im Zuge der Besichtigungen und des gemeinsamen Weges vom Schüttkasten zum Silo zur Sprache gebracht und reflektiert werden.
Es führen Carl Abensperg-Traun vom Gut Petronell sowie Georg Ibi, Leiter der LAK-Geschäftsstelle Gänserndorf und langjähriger Betriebsleiter im Silo von Petronell-Carnuntum. Durch den Ort begleiten wird uns freundlicherweise Erwin Schübl, passionierter Hobbyhistoriker aus Petronell-Carnuntum.
Modalitäten / Anmeldung Die Teilnahmegebühr beträgt 10 € und umfasst sowohl die Führung als auch ein professionelles voice2go-Headset. Wir empfehlen geeignetes Schuhwerk und ggf. einen Regenschutz. Anmeldung und Rechnungsadresse ist bis spätestens 27. April 2026 unter office@orte-noe.at erforderlich. Bei einem Rücktritt bis 20. April 2026 fallen keine Stornogebühren an. Danach werden 100 % der Teilnahmegebühr verrechnet, außer Sie nennen eine Ersatzperson. Die Teilnahme ist erst nach Eingang der Teilnahmegebühr verbindlich bestätigt.
Die Raiffeisen-Lagerhaus GmbH übernimmt keine persönliche Haftung. Die Teilnahme erfolgt auf „Eigenes Risiko“. Teilnehmer:innen werden gebeten, im Zuge des Anmeldeprozesses ein entsprechendes Formular zu unterzeichnen.
Bitte nehmen Sie sich eine Jause und eine Sitzunterlage mit, wir werden auf dem Weg vom Schüttkasten zum Silo eine kurze Rast und Essenspause machen. Bitte beachten Sie: Der Aufzug im Silo bietet nur max. zwei bis drei Personen Platz, alle anderen haben einige Stufen zu gehen. Auch der Schüttkasten ist nicht barrierefrei (kein Lift) und wird für gehbeeinträchtigte Personen möglicherweise schwierig. Wichtige Anmerkung: Aufgrund der beengten Situation im Silo ist die Gruppengröße mit max. 20 Personen limitiert.
Es wird darauf hingewiesen, dass bei der Veranstaltung Fotos gemacht und zum Zweck der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Dokumentation verwendet werden.
Für die Programmierung der Architekturtage 2026 eröffnet die Infrastruktur ein weites Feld an Themen und Formaten, von der Großstadt bis zum Dorf, vom alpinen Raum bis zur Donau. Infrastruktur bildet die Schnittmenge dessen, was Architektur und Ingenieurwissenschaft leisten können. Sie bietet faszinierende Einstiege in komplexe Themen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, für Fachpublikum und Laien. Sie eröffnet Gesprächsräume über das, was uns verbindet
ORTE Architekturnetzwerk Niederösterreich verwendet auf dieser Website, www.orte-noe.at, Cookies. Damit werden anonymisierte, statistische Daten gespeichert, die der Erfassung und Auswertung der Website-Nutzung dienen. Mit dem Drücken von "OK" oder dem Weitersurfen auf dieser Website stimmen sie dem zu. Detailierte Informationen dazu finden Sie im Impressum, in der Datenschutzerklärung.