Ein Tag im Industrieviertel zum Lebens-Mittel Wasser
Exkursion
21May
Wasser ist eine unserer wertvollsten Ressourcen, neben dem Boden vielleicht sogar die wertvollste überhaupt. Ein Gut, das wir schützen, mit dem wir sorgsam umgehen müssen, selbst wenn wir in unseren Breitengraden noch (!) keinen akuten Mangel haben, aber doch Regionen, die von den Auswirkungen des Klimawandels mehr betroffen sind als andere.
Die Exkursion führt in eine Region, die in der Vergangenheit immer wieder mit Wassermangel oder Wasserqualitätsproblemen konfrontiert war. Anhand spannender Anschauungsbeispiele werden unterschiedlichste Aspekte rund ums Trink- und Brauchwasser beleuchtet und Beispiele von Ingenieurskunst gezeigt, von der wir heute noch profitieren.
Programm
Martin Angelmaier, Abteilungsleiter Gruppe Wasser – Abt. Wasserwirtschaft, Land NÖ wird uns auf dem Weg zur ersten Station eine Einführung ins Thema geben. Ein Bus-Impuls sozusagen.
Die eigentliche "Wasserreise" beginnt bei einer der drei Quellen im Thermalbad Bad Fischau. Dort erfahren wir, wie sich der Klimawandel auf die Wassermengen, den Grundwasserpegel und auf die Wasserqualität auswirkt. Es führt Alexander Spannbauer, GF des Thermalbads Bad Fischau und Amtsleiter von Bad Fischau-Brunn.
Anschließend hören wir die spannende Geschichte des Bewässerungssystems von Theresienfeld, das über den künstlich angelegten „Tirolerbach“ gespeist wird, der wiederum bei Wöllersdorf von der Piesting abgezweigt wird. Der „Tirolerbach“ spielt seit der Gründung von Theresienfeld 1763 eine enorm wichtige Rolle, wurde doch erst durch ihn die bis Mitte des 18. Jahrhunderts unfruchtbare Gegend bewohn- und für die Landwirtschaft nutzbar gemacht. Bis heute werden, festen Regeln und Techniken folgend, Gärten und Hausäcker vom Wasser des „Tirolerbachs“ bewässert. Die Wartung des Bewässerungssystems erfolgt seit über 200 Jahren von einer Wassergenossenschaft. Es führt Bernhard Koschi, passionierter Geschichtensammler und ausgewiesener Tirolerbachexperte.
Nur knapp zwei Kilometer weiter befindet sich auf dem Areal des Tritolwerks eine Zisterne, die vom Wiener Neustädter Grundwasser gespeist wurde und vor circa drei Jahren trockengefallen ist. Das Tritolwerk, im Ersten Weltkrieg als Munitionsfabrik errichtet, ist selbst ein architektonisches Highlight, das heute als ABC- und Katastrophenhilfeübungsplatz genutzt und wo auch die Wasseraufbereitung für den Notfall trainiert wird. Es führt Heinz Regovic, Koordinierungsverantwortlicher für den Übungsbetrieb am ABC&KatHi Übungsplatz Tritolwerk des Österreichischen Bundesheeres.
Der Wiener Neustädter Kanal, der am Gelände des Tritolwerks vorbeifließt, wurde um 1800 errichtet und gilt als Meisterwerk der Ingenieursbaukunst des frühen industriellen Zeitalters. Er sollte ursprünglich eine Verbindung von Wien bis zur Adria bilden. Dieses Ziel wurde durch die Erfindung und wirtschaftliche Bedeutung der Eisenbahn obsolet, doch bis 1880 wurde der Kanal noch als Transportmöglichkeit, vor allem für Holz, Ziegel und Kohle, Richtung Wien genutzt. Um die großen Höhendifferenzen auszugleichen, wurden Schiffe mittels Schleusen gehoben und gesenkt. Im heute noch wasserführenden Teil gibt es noch 40 Schleusenbauwerke in unterschiedlichem Erhaltungszustand. Heute steht der Wiener Neustädter Kanal großteils unter Denkmalschutz. Es führt Johannes Hradecky, Stv. Leiter des Bezirksmuseum Simmerung, Buchautor und Wiener Neustädter Kanal-Experte.
Der Tag endet mit einem Besuch der Naturfilteranlage in Reisenberg und dem Einblick, welche komplexen Abläufe im Hintergrund notwendig sind, damit unser Lebensmittel Wasser tagtäglich zur Verfügung steht. Die Anlage wird voraussichtlich ab Sommer 2026 in Betrieb gehen und mehr als 20.000 Menschen mit weichem Trinkwasser versorgen. Es führen Andreas Luger, EVN Wasser Projektleiter und Thomas Jungbauer, zuständiger Wassermeister.
Exkursionsleitung: Julia Lindenthal, Kuratorin bei ORTE
Modalitäten / Anmeldung Die Teilnahmegebühr beträgt 110 € und beinhaltet die gemeinsame Busfahrt ab bzw. bis Bahnhof Meidling sowie fachkundige Vorträge und Führungen und ein professionelles voice2go Headset. Ebenfalls inkludiert ist ein Jausenpaket und das Mittagessen im Bier17, Engerthstraße 1, 2601 Siedlung Maria Theresia mit Suppe, Hauptspeise und ein Getränk freier Wahl.
Anmeldung und Angabe der Rechnungsadresse ist bis spätestens 20. April 2026 unter office@orte-noe.at erforderlich.
Bei Reiserücktritt bis 13. April 2026 wird keine Stornogebühr verrechnet, danach 100 % der Teilnahmegebühr; es sei denn, die/der Stornierende bringt eine Ersatzperson. Die Vormerkung der Teilnehmer:innen erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Erst mit Einlangen der Einzahlung der Teilnahmegebühr ist die Buchung abgeschlossen und der Sitzplatz im Bus garantiert. Achtung: Beschränkte Teilnehmer:innenzahl!
Um passend zum Thema, achtsam mit der Ressource Wasser umzugehen und Plastikmüll zu vermeiden, bitten wir Sie, sich das Trinkwasser in der eigenen Flasche selbst mitzubringen. Es gibt unterwegs immer wieder Nachfüllmöglichkeiten. Bitte beachten Sie: Wir gehen viel zu Fuß und empfehlen gutes Schuhwerk sowie die Mitnahme eines Sonnen- sowie eines Regenschutzes. Die Anreise nach Wien, zum Startpunkt am Bhf. Meidling, erfolgt individuell.
Es wird darauf hingewiesen, dass während der Veranstaltung Fotos gemacht und zum Zweck der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Dokumentation verwendet werden.
Für die Programmierung der Architekturtage 2026 eröffnet die Infrastruktur ein weites Feld an Themen und Formaten, von der Großstadt bis zum Dorf, vom alpinen Raum bis zur Donau. Infrastruktur bildet die Schnittmenge dessen, was Architektur und Ingenieurwissenschaft leisten können. Sie bietet faszinierende Einstiege in komplexe Themen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, für Fachpublikum und Laien. Sie eröffnet Gesprächsräume über das, was uns verbindet
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