Der Campus Krems im GEHspräch
Dialogischer RundgangSeit 30 Jahren besteht die Universität für Weiterbildung auf dem Areal der ehemaligen Tabakfabrik in Krems, vor 20 Jahren wurden die neuen Gebäude von Feichtinger Architects eröffnet. Diese Jubiläen nimmt ORTE zum Anlass, um Nachschau zu halten, wie sich der Campus Krems weiterentwickelt hat.
Das Projekt realisiert die Idee des Campus und des offenen Bildungszentrums in einem sehr hohen Maß. Es greift einerseits die vorhandene Struktur des Bestandsgebäudes auf und entwickelt diese weiter, andererseits wird durch die kammartige Struktur der Neubauten die landschaftliche Situation der nördlichen Terrassen „hereingeholt“. […] Zwischen der architektonischen Ausprägung des massigen Altbaus und der Leichtigkeit und Transparenz der Neubauten entsteht ein wünschenswerter und spannungsreicher Kontrast. Es ist zu erwarten, dass diese Architektur die geistigen Inhalte des Universitäts- und Fachhochschulbetriebes bestmöglich transformiert und visualisiert […]. Das Resümee der Jury (Vorsitz Friedrich Kurrent) des 2001 ausgelobten zweistufigen Gutachterverfahrens fasst präzise die Qualitäten des 2005 fertiggestellten Siegerprojekts von Dietmar Feichtinger zusammen.
Was das Wettbewerbsprojekt versprach, löste die Realisierung auf formidable Weise ein.
In der Zwischenzeit ist der Campus Richtung Osten deutlich gewachsen. 2012 wurde der Erweiterungsbau der IMC Fachhochschule Krems von Kada Wittfeld Architektur fertiggestellt, 2016 die Karl Landsteiner Privatuniversität von DMAA und eine Erweiterung des Campus durch Baumschlager Eberle Architekten erfolgte 2023.
Im dialogischen Rundgang über den Campus geht die Architekturpublizistin und ORTE Vorsitzende Franziska Leeb gemeinsam mit Architekt Dietmar Feichtinger, Rektor Friedrich Faulhammer, Vizerektorin Viktoria Weber und dem Kremser Baudirektor Reinhard Weitzer sowie dem Publikum der Frage nach, wie sich der Campusgedanke entwickeln konnte. Im Geiste der Spaziergangswissenschaft* wollen wir reflektieren, inwiefern die inhaltlichen und städtebaulichen Prämissen von damals noch gültig sind und wie sich der Universitätsbetrieb und mit ihm die Architektur verändert hat.
*In der Tradition der Spaziergangswissenschaft, die der Schweizer Soziologe Lucius Burckhardt begründet hat, veranstaltet ORTE interaktive GEHspräche, um Orts- oder Stadtentwicklungen zu analysieren. Beim gemeinsamen Gehen, Betrachten und miteinander Reden werden die Wahrnehmung für räumliche Bezüge und die Sensibilität für Qualitäten und Defizite geschärft
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei, die Anreise erfolgt in Eigenregie.
Bitte um Anmeldung unter office@orte-noe.at
Es wird darauf hingewiesen, dass bei der Veranstaltung Fotos zum Zweck der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Dokumentation gemacht werden.